Operations Performance 08 Februar 2017

Wegbereiter zur „Smart Factory“

Die digitale Infrastruktur in der „Smart Factory“ ist das Herzstück zur flexiblen Produktion. Ermöglicht wird sie durch gezielte Investition in Auf- und Ausbau sowie den fortlaufenden Unterhalt durch die Instandhaltung. Der Einkauf nimmt als Wertemanager dabei eine zentrale Schnittstellenfunktion ein.

Soweit die Vision. In der Praxis stellt die Vision der „Smart Factory“ und der Themenkomplex „Industrie 4.0“ den Anwender zunächst vor die Herausforderung der begrifflichen Abstraktheit: Was ist unter „Industrie 4.0“ genau zu verstehen? Wie berührt „Industrie 4.0“ mein Unternehmen und wie sollten einzelne Maßnahmen zur Umsetzung priorisiert werden?

 

Zentrale Herausforderung der Vision „Smart Factory“ sind Produktionssysteme, die in hohem Ausmaß flexibel skalierbar, verfügbar und zuverlässig sein müssen, um eine kundenindividuelle, maßgeschneiderte Produktion realisieren zu können. Hierzu werden Anlagen und Maschinen mit Sensoren und Aktuatoren versehen und Datenströme als Bestandteil eines „Cyber-physischen Systems“ zentral über Schnittstellen und Protokolle zu einem Datenstrom erfasst, analysiert und ausgewertet.

 

Dies wird initial durch Investition in entsprechende Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, Software und Netzwerktechnik (Vernetzung) sowie Produktionsanlagen und -maschinen (Neu-/Ersatzinvestitionen) ermöglicht. Um den laufenden flexiblen Produktionsbetrieb der „Smart Factory“ zu gewährleisten nimmt nachfolgend die Instandhaltung unter dem Themenfeld „MRO 4.0“ eine zentrale Stellung ein.

 

 

Bedeutung für die Investitionsplanung

 

Das Unternehmen selbst steht zunächst vor der Investitionsentscheidung, in welche neuen Technologien und Systeme vorrangig investiert werden muss und welche damit einhergehenden Leistungen die zukünftige Kostenstruktur die Investition zusätzlich begleiten.

 

Für die erfolgreiche Vernetzung mit bestehenden physischen und digitalen Strukturen ist eine klare Spezifizierung unter Betrachtung und Analyse der bestehenden Maschinen und Anlagen, der Systeme sowie aktuellen Protokolle und Schnittstellen Ausgangspunkt.

 

Mit der Investition einhergehende Leistungsumfänge, etwa von externen Servicevereinbarungen und Wartungskontrakten, sind dabei ebenfalls zu spezifizieren und für die Investitionsentscheidung einzubeziehen. Auch sind bereits bestehenden Leistungen und Lieferantenstrukturen zu berücksichtigen.

 

Ebenfalls sind die zukünftige strategische Ausrichtung und Verlust von Handlungsoptionen zu berücksichtigen. So ist beispielsweise für den Bereich des zusätzlichen Ersatzteilbedarfs insbesondere zu überprüfen, wie sich der Anteil an ausschließlich als OEM-Teile verfügbaren Artikeln auf mögliche strategische und finanzielle Abhängigkeiten gegenüber Lieferanten auswirkt und im Rahmen der Versorgungssicherheit auf den Produktionsprozess als Ganzes Einfluss nehmen können. Im Falle von Eigenentwicklungen gilt dies analog in Hinblick auf den Grad an Sonderanfertigungen.

 

Bedeutung für die Instandhaltung

 

Instandhaltungsmaßnahmen sollen durch die Digitalisierung vorhersehbar gemacht und damit planbar werden („Predictive Maintenance“).

 

Für die Instandhaltung bedeutet dies jedoch zunächst die Ausweitung der Instand zuhaltenden Elemente. Dabei müssen zusätzliche Instandhaltungsaufwände, neue Einfluss- und Störfaktoren und komplexer werdende Strukturen erfasst und beherrscht werden.

 

Von Instandhaltungsteams sind daher zunehmend weitgefächerte technische sowie IT-bezogenes Kenntnisse gefordert, um flexibel und kurzfristig höchst individuellen, kontextsensitiven Instandhaltungsaufgaben gerecht werden zu können.

 

Um die Flexibilität und Verfügbarkeit der Instandhaltungsteams zu gewährleisten, ist nun umso mehr eine organisatorische Fokussierung auf Kernaufgaben innerhalb der Instandhaltung notwendig.

 

Einkauf nimmt als Wertemanager eine zentrale Schnittstellenfunktion ein 

 

Im Rahmen der Investitionsplanung zeichnet der Einkauf, als Gesamtkostenverantwortlicher strategisch richtungsweisende Verantwortung. Hierbei ist der Einkauf als Wertemanager Dreh- und Angelpunkt bei der Mitgestaltung des Spezifikationsprozesses, der Quantifizierung von Leistungsumfängen und der Bewertung von Investitionsalternativen, um diese zur Entscheidungsreife aufzubereiten.

 

Kostenoptimierung bereits im Investitionsplanungsprozess und strategische Einbettung in Warengruppen- und Lieferantenstrategie sind dabei zentrale Stellgrößen.

 

Für die Instandhaltung nimmt der Einkauf eine Schlüsselfunktion dabei ein, der Instandhaltung den Weg zur Fokussierung auf deren Kernaufgaben zu ebnen.

 

Der Einkauf als zentral verantwortliche Einheit für Lieferanten- und Warengruppenmanagement, konzentriert und steuert vormals oft noch in die Instandhaltung ausgelagerte Prozesse an zentraler Stelle. Dies beginnt beim Bedarfsmanagement, über die Lieferantenauswahl bis hin zur physischen Durchführung des Beschaffungsprozesses.

 

Dabei sind zentrale Stellgrößen eine Kostenoptimierung mittels Prozesskostensenkung für Beschaffungs- und Bestellprozesse sowie die Flexibilisierung von Ressourcen innerhalb der Instandhaltung

Der Einkauf nimmt mithin als Wertemanager eine zentrale Schnittstellenfunktion ein, den Investitionsplanungsprozess zu befähigen sowie die Instandhaltung in die Lage zu versetzen, die flexiblen Produktion der „Smart Factory“ zu gewährleisten und unterschiedlichste Instandhaltungsaufgaben in einer kontextsensitiven Umgebung zu bewältigen.

 

Ayming – Ihr internationaler Partner

Ayming als internationaler Partner unterstützt Sie gerne auf ihrem Weg zur „Smart Factory“:

Von Einkauf & Supply Chain, über Investitionsplanung und -steuerung bis hin zur Prüfung zusätzlicher Fördermöglichkeiten für Ihr Projekt – Sprechen Sie uns einfach an.

 

 

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Kontakt

Wolfgang Schwemmer

Manager

Operations Performance

+ 49 (0) 211 71 06 75-13

wschwemmer@ayming.com

 

 

 

 

 

 

 

 

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