Fördermittel 20 Juni 2017

Große Änderungen in der Förderlandschaft: Vorausplanung für Förderperspektiven

Fördermittel können dazu beitragen, bestehende Hürden bei der Projektrealisation zu bewältigen und die Umsetzung Ihrer Projekte zu beschleunigen; und das nicht nur im Bereich Forschung und Entwicklung. Den richtigen Fördertopf für Ihr Projekt zu identifizieren und zu nutzen heißt, zahlreiche Faktoren (z.B. Förderquote, Bewilligungschancen, Aufwand-Nutzen Verhältnis, Bedingungen bei der Umsetzung des Projektes) zu prüfen, die abhängig von der jeweiligen Förderrichtlinie sind. Da die Förderlandschaft in Deutschland einzigartig vielfältig ist, gibt es auch entsprechend viele verschiedene Richtlinien.

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Der Vorteil der diversifizierten Förderlandschaft: Von der Forschung bis zur Ersatzinvestition, von Silos in der Milchindustrie über Kühlungsanlagen in Rechenzentren bis zu Pilotanlagen für neue Produktionsverfahren, von kleinsten Unternehmen bis zu riesigen Konzernen: Es gibt bestimmt eine Förderrichtlinie, die für Ihre Projekte passend ist. 

Kritische Punkte: Die Förderszene bewegt sich schnell, Einreichungsfristen müssen eingehalten werden und meistens darf das Projekt erst nach Bewilligung gestartet werden. 

Außerdem gilt auch bei Förderung oft: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“ Daher stellen wir Ihnen im Folgenden eine Auswahl von wichtigen Themen vor, die die Förderszene im zweiten Halbjahr 2017 und im Jahr 2018 beschäftigen werden, damit Sie das Potenzial für Ihre Projekte schon jetzt antizipieren können.

 

Kommt die steuerliche Forschungsförderung in Deutschland?

Schon lange wurde vom Wirtschaftsministerium die Idee einer indirekten Förderung für Forschung mit steuerlichen Mitteln diskutiert, um einen Anreiz für innovative, forschende Unternehmen zu schaffen. Diese Art von Innovationsförderung gibt es bereits seit Jahrzehnten in anderen europäischen Länder wie Frankreich, Italien, den Niederlanden und Großbritannien.  Bis jetzt sind die Ansätze in Deutschland allerdings gescheitert. Beim Forschungsgipfel 2017 des Stifterverbands der Deutschen Wissenschaft und der Nationalen Akademie der Wissenschaften am 28. März hat der Kanzleramtsminister Peter Altmaier klar gemacht:

 

„Egal wer nach der Bundestagswahl im Herbst die Regierung stellt, die steuerliche Forschungsförderung [wird] in den Koalitionsverhandlungen ein zentrales Thema sein.“

 

Kurz davor haben der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) ihre „360-Grad-Check“-Studie zu dem Thema publiziert. Die Auswertung von über 60 empirischen Studien durch die Universität Mannheim belegt die positiven Effekte inputorientierter steuerlicher Anreize für Forschung und Entwicklung. Laut der Studie führe eine Steuergutschrift in Höhe von zehn Prozent der Aufwendungen zu einer Ausweitung entsprechender Investitionen von etwa 14 Prozent und zu gesamtwirtschaftlichen Einkommensgewinnen von rund 750 Millionen Euro im Jahr. Für Ihr Unternehmen würde eine steuerliche Forschungsförderung bedeuten: Kostengünstigere Investitionen für Ihre innovativen Projekte.

Heute fokussieren die deutschen Fördergeber direkte Fördermechanismen (z.B. Zuschüsse): Welchen Einfluss ein indirekter Mechanismus wie die steuerliche Forschungsförderung auf die bestehende Förderlandschaft in Deutschland hat, wird oft nicht erwähnt. Ayming ist in vielen Ländern, in denen eine steuerliche Forschungsförderung existiert, mit eigenen Fördermittelexperten vertreten und deshalb im Stande, die Unterschiede zwischen indirekten und direkten Fördermechanismen aus unternehmerischer Sicht zu bewerten. Die heutige  Förderlandschaft in Deutschland ist im Vergleich mit den zuvor erwähnten Ländern (mit steuerlicher Forschungsförderung) breiter gefächert, zielorientierter und auch budgetmäßig weitestgehend gut ausgestattet. Neben den Befürwortern der steuerlichen Forschungsförderung gibt es auch kritische Stimmen, die die Frage stellen, ob ein generisches Förderinstrument wie die steuerliche Forschungsförderung diese bestehende Förderlandschaft beschränken würde, und ob eine solche Maßnahme dann möglicherweise dafür sorgen würde, dass ein wirtschaftlich erfolgreiches Technologieland wie Deutschland (fördertechnisch) in Mittelmäßigkeit zurückfällt.

 

Die konkreten Maßnahmen für den Klimaschutzplan 2050 

Ende 2016 hat das Bundeskabinett den Klimaschutzplan 2050 beschlossen. Im Mittelpunkt steht, dass nur noch in Ausnahmefällen in fossile Energieträger und davon abhängige Verarbeitungsprozesse investiert wird. Für fünf Wirtschaftszweige (Industrie, Energie- und Landwirtschaft, Verkehr und Gebäude),  wurden ambitionierte Emissionsziele festgesetzt und diese Sektoren werden Ihre CO2-Emissionen stark reduzieren müssen. Da der Klimaschutzplan zunächst lediglich die Strategie darstellt, wird er ab 2018 durch einen Maßnahmenprogramm ergänzt und konkretisiert. Das Bundesministerium für Umwelt erwähnt dazu:  

 

„Mögliche Instrumente können neben gesetzlichen Regelungen u.a. Förderprogramme für alternative Techniken, technische Standards, preisliche Anreize oder Informationskampagnen oder auch Kombinationen mehrerer Maßnahmen sein.“

 

Insbesondere für die Industrie 

 

„wird die Bundesregierung ein Forschungs-, Entwicklungs-, und Markteinführungsprogramm zur Minderung bisher nicht vermeidbarer industrieller Prozessemissionen auflegen.“

 

Schon heute stehen Themen wie Investitionen in energieeffiziente Anlagen oder Ressourceneffizienz im Fokus der direkten staatlichen Fördermechanismen. Haben Sie auf Ihrer Liste Investitionsprojekte stehen, die dazu beitragen, weniger CO2-Emissionen zu verursachen? Wenn ja, sollten Sie auf jeden Fall die Förderansätze für diese Projekte mit Fördermittelspezialisten prüfen.

 

Horizon 2020: Letzte Chance – und dann?

Im Oktober 2017 ist die Veröffentlichung des finalen Arbeitsprogramms 2018-2020 für Horizon 2020 geplant. In diesem Arbeitsprogramm werden die finalen Förderlinien für die letzten drei Jahre des Europäischen Forschungsrahmenprogramms enthalten sein. Wenn die Kommission schon vorläufige Arbeitspapiere veröffentlicht hat (das so genannte "Strategic Programme Overarching Document" und 17 thematische "Scoping Papers"), werden die offiziellen Förderprogramme nach der finalen Ausarbeitung der inhaltlichen und formalen Aspekte des Arbeitsprogramms bekannt. Neue Bekanntmachungen bringen neue thematische Schwerpunkte mit sich. Für Ihr Unternehmen heißt es: Oktober 2017 wird der richtige Moment sein, um die EU-Fördermöglichkeiten für Ihre Projekte der nächsten drei Jahre zu planen: Eine Analyse Ihrer Projekte z.B. auf der Basis Ihrer CAPEX-Liste oder FuE-Roadmap wäre der erste Schritt.

Perspektivisch eine gute Nachricht für Ihre „Projekte von übermorgen“: Das Budget des Nachfolgeprogramms zu Horizon 2020, das bisher als „Ninth Framework Programme for Research and Technological Development (FP9)“ bezeichnet wird, soll bei 100 Milliarden Euro für die Zeit von 2021 bis 2028 liegen. Das wäre eine erhebliche Erweiterung zu Horizon 2020, das für sieben Jahre „nur“ bei 80 Milliarden Euro lag.

 

ETS Innovation Fund: Der „Hidden Champion”?

Mit viel Potenzial und weniger bekannt: Die neue Phase der Förderung von kohlenstoffarmen Projekten in der Industrie durch die Monetisierung der EU-Emissionszertifikaten (ETS Innovation Fund) wird auch in den nächsten Monaten von hoher Relevanz sein. Diskussionen zwischen dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat finden gerade statt, um den zügigen Start eines effektiven Förderprogramms zu ermöglichen. Für Ihr Unternehmen heißt es: Sollten Sie Projekte im Bereich der Energieoptimierung, Nutzung von erneuerbaren Energien oder der CO2-Abscheidung und -Speicherung haben, wird in den kommenden Monaten voraussichtlich ein sehr interessanter Fördertopf entstehen.

 

Immer mehr Fördergeber, wenig Übersicht: Wie wird mein Projekt gefördert?

Ayming kennt die förderpolitischen Ziele der unterschiedlichen Institutionen und kann Ihr Projekt in einen, diesen Zielen entsprechenden, Antrag umsetzen. Unsere Berater unterstützen Ihre Organisation und übernehmen für Sie alle erforderlichen Aktivitäten von der Analyse Ihrer Projekte über die Antragstellung und begleiten Sie durch den Förderdschungel. 

Wussten Sie außerdem schon, dass Ayming auch außerhalb von Deutschland in 14 weiteren Ländern über Standorte und eigene Förderexperten verfügt? Somit können wir auch Ihre ausländischen Tochter- und Schwestergesellschaften bei der Fördermittelakquise unterstützen.

Kontaktieren Sie uns, um die Förderpotenziale Ihrer Projekte zu entdecken und pragmatisch zu einer Förderung zu gelangen.

 

Dominique Buoncuore Consultant Grants Fördermittel

 

Kontakt

Dominique Buoncuore

Consultant

Finance Performance - Fördermittel

+ 49 (0) 211 71 06 75-15  

dbuoncuore@ayming.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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